Ein unscheinbarer Held

Veröffentlicht auf von Basti

Der ein oder andere kennt bestimmt den BMW 700. Ein kleines Auto mit 30, in der Sport Version 40 PS. Optisch kam er gefällig daher, welche bedeutung er hatte, sah man im aber nicht an. Dabei war der 700 das Auto, welches BMW gerettet hat. Vorher war BMW ein Hersteller, der 2 schichten Ansprach. Die reichen Leute mit Modellen wie den 504 oder 507, und die eher ärmeren Leute, die sich eigentlich nur ein Motorad leisten konnten mit der Isetta. Der 700 war genau das was BMW jetzt brauchte. An sich galt BMW als Sanierungsfall und Übernahmekandidat. So war es auch so, das zu einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber entschiden werden sollte ob man an Mercedes-Benz verkauft. Die Führung schien das nur zu gerne zu wollen. Bewusst hatte man die Bilanzen etwas schlecht aussehen lassen. Die Stimmung war sehr getrübt. Ein findiger Mensch bemerkte aber, das hohe Summen Entwicklungskosten für ein Auto auf ein Jahr geschoben wurden, welche hätten verteilt werden müssen. Auf Nachfrage was man denn da für ein Auto entwickle gab man den 700 zu. Als man noch zugeben musste, das bereits 30.000 Verbestellungen von Händlern vorlagen verflog die Untergangsstimmung. Herbert Quandt war beeindruckt und erwarb einen beachtlichen Anteil an BMW, man könnte auch sagen er übernahm BMW.

1959 war jedenfalls ein großes Datum und noch bevor der 700 auf der Welt war hatte er BMW gerettet vor der übernahme, einfach durch die Hoffnung die er gab. Die sollte dann auch bestätigt werden. Insgeasamt wurden in den 6 Jahren seiner Produktion über 188.000 Stück verkauft. Ein Erfolg, dessen Dimension sich 1959 bei aller Euphorie keiner vorstellen konnte. Der 700 wurde gerne als Facharbeiter-Carrera bezeichnet. Das kommt zum einen daher, das er bezahlbar war. so kostete er ungefähr das selbe was ein VW Käfer kostete, also tatsächlich für den Facharbeiter bezahlbar war. Dann war der Carrera ein besonders Sportliches Modell des 356 Porsche. Und der 700 war, wie der Carrera ein Hecktriebler mit Heckmotor. In der sportversion mit 40 PS kam er dann auch ganz gut voran. Dank des Leergewichts von 680 kg machte er sich besonders in Kurven gut. Daher hat der 700 auch im Motorsport  einiges erreicht. Hans Stuck konnte 1960 die Deutsch Bermeisterschaft mit einem offenen 700 RS gewinnen.

AUch noch wichtig, der BMW 700 war der Beginn einer Neuen Ära. Wenig später kam die "Neue Klasse" heraus, kurz darauf die -02 Reihe. Damit waren die Grundzüge der heutigen Modellpolitk gelegt. Huete mag sie weiterentwickelt und Differenzierter sein, damals die Segemente sind geblieben. Was sich aber tatsächlich noch geändert hat: Der Motor des 700 war ein weiterentwickelter Motorradmotor. Das hat BMW später nicht mehr gemacht. Und noch etwas hat BMW nicht mehr wiederholt und zwar den Heckmotor. Das Prinzip Freude hat aber der 700 eingeführt. Und auch damit BMW dauerhaft gerettet, dann damit hatte der Kundenstamm von Borgwardt eine neue Marke gefunden. Der Volksmund sagte in den folgenden Jahren gerne Borgwardt macht weiter. Zugegeben, einige Mitarbeiter von Borgwardt arbeiteten weiter bei BMW und brachten einiges ein. So war also ein wahrer kern an diesem Scherz. So hat dann der 700 auch noch ein bischen was von der Seele Borgwardt gerettet. Ein wahrer Held, der 700!

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