Jenseits aller dummen Witze

Veröffentlicht auf von Basti

Wer kennt sie nicht, die Manta Witze? Manche sind wirklich gut, manche einfach nur dämlich. Beispiel gefällig? Wie klingt das Anlassgeräusch eines Mantas? Assi Assi Assi Proll Proll Proll Proll. Ja, toll was haben wir gelacht, nicht wahr? Der Witz ist dümmer als alle die zusammen über die man sich damit lustig machen will. Aber warum tut man das eigentlich? Bis heute konnte mir noch keiner eine vernünftige Erklärung  geben.

Fakt ist jedenfalls da man für faire Preise eine Menge Fahrspaß bekam. Und da ist sicher einer der Gründe zu suchen. Es war eines der Autos das in den Fahrleistungen nahe an die Oberklasse kamen, aber relativ preiswert waren. Und das schmeckte manchen nicht. Obwohl man die Linke Spur schon lange gegen günstigere Autos räumen mußte. Und es sprach natürlich eher Junge Leute an. Da kommt auch schon manchmal der "Proll-Verdacht" auf. Und der Manta war eben ein auffälliges Auto und das ging ja mal gar nicht. Um Gottes Willen ,auffallen, wer macht denn sowas?  Uniformität war angesagt. Zumindest bei  einigen verkrusteten Leuten. Da haben die 68er mal was gutes gehabt und die Uniformität in Deutschland zum Teufel gejagt. Und  in diese Bresche sprangen eben auch Autos. Ein Problem gab es beim Manta schon, die Basismotorisierungen waren tatsächliche eher lasch. Starke optik und nichts dahinter, das ist dann zu Recht eine Proll-Karre.

Der Manta war aber keineswegs der Erste, dieser Fahrzeuggattung. Der Ford Capri kam 2 Jahre vor dem Manta heraus. Wichtig war damals der Kleintel die man ansprechen wollte die  sportlichkeit und das ging eben ganz wesentlich über Motorleistung. Aber auch Komfort bei Sportlichem Fahrverhalten. Ein klassischer Zielkonflikt. Und es sollte sich eben von der "grauen Masse" des Verkehrs abheben.  Und das gelang. Die Haifischoptik, gerade ganz groß in Mode gekommen, auch bei anderen Herstellern, machte schon etwas her. Doppelscheinwefer sorgen noch zusätzlich für eines etwas stärkeren Auftritt. Charakteristisch auch beim Manta A die noch runden Rücklichter, beim Manta B wird dann alles eckig. Echte Fehlleistung beim Manta A war die Motorleistung. 60 PS waren 1970 nicht schlecht, aber bei der Optik hätte man eher bei 80 PS besser 100 PS anfangen sollen. Tatsächlich gab es nur die eine GT/E version die über 100 PS hatte, 105 genauer. Damit kam man dann auch auf 190 km/h und auf 100 war man nach 11,5 Sekunden. Mit 60 PS schafte man nur 140 km/h. Um aber noch einen Drauf zu setzen erweiterte man beim Manta B die Leistung nach unten auf 55 PS. Das reichte nur noch für 138 km/h. 

Wiederum soll keiner behaupten der Manta kann nicht schnell sein. Seit Jahren fährt immer beim 24 Stunden Rennen auf der Nordschleife vom Nürburgring ein Manta B mit. Er hat ca. 200 PS und einen typischen Fuchsschwanz an der Antenne. Letztes mal war es Platz 47, was bei über 200 Startern, einge davon 3 mal so PS-stark, ansehnlich ist.

Überhaupt, Fans wissen was sie an Ihrem Manta haben. Inzwischen verklingen auch so langsam die Witze und Schmähungen. Langsam freut man sich viel mehr darüber da es so etwas überhaupt gab. Das Fahrverhalten  des Manta hat den Zielkonflikt zwischen Sportlichkeit und Komfort eher in richtung Sportlichkeit gelöst, aber es ist ja auch ein Sport-Coupe, also alles ok. Was ich leider nciht genau weiß, aber gerüchteweise gehört habe ist, das der Manta noch weniger Probleme in Qualität und Rost hatte. Das kann dran liegen das er aus den späten 60ern kommt. Bzw, der Manta B aus den 70ern, da war Opel noch bekannt für Qualität. Es wurde zwar immer biederer, habe ich das gefühl, die Qualtät bleib aber erstmal.

Was bleibt? Ein schönes Auto. Aber irgendwie muss man Fan sein. Nur heute muss man sich nicht mehr überwinden, heute ist der Manta als Kult-Auto anerkannt. Die penliche Werbekampange kennt heute glücklicherweise keiner mehr.

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