Kleiner Giftzwerg

Veröffentlicht auf von Basti

Es sind die  wie so oft die kleinen Dinge die aus etwas Bekanntem und  Gewohntem etwas Besonders machen. Der VW Polo G40 ist eines dieser Autos was diese Aussage beweist. Der Polo 2 bzw. 2F ist ein Auto das heute weder Fahrdynamisch noch Sichheitstechnisch überzeugen kann. Kommt das Kürzel G40 dazu sieht es schon anders aus. 1985 kam der erste G40 heraus und wußte zu überzeugen. Er hatte zwar auch nur einen 1,3 Liter großen Hubraum, der wurde aber mit einem G-Lader aufgeladen. Der G-Lader ist ein Scrollverdichter, um das Prinzip zu verstehen schaut am besten hier nach. Dort wird in einer Animation das Prinzip sehr anschaulich dargestellt.

Der Aufwand mit dem G-Lader, nach der Spiralform genannt, lohnt: Der Motor entwickelt 115, mit Kat 113 PS. 1985 sensationel im Kleinwagen-Segment, dazu mit einem so kleinem Motor. Man hätte auch noch mehr Leistung bieten können, indem man doch einen 1,6 Liter großen Motor mit G.Lader nimmt nur waren Getriebe für nicht mehr als 150 Nm Drehmoment ausgelegt. Der Polo kann eben nicht aus seiner Haut. Der stärkste Motor vor 1985 war gerade mal 60 PS stark, 115 PS sind eben fast das Doppelte.

Egal, 115 PS auf ca. 800 kg, damit geht es fast wie im GTI 10 Jahre vorher zu, nur schneller. Die 200 km/h verfehlt der G40 um 5 km/h. 195 km/h machen mit diesem Auto aber richtig Spaß, ob 250 km/h in einem Audi A6 genauso viel Spaß machen zweifle ich an. Und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,6 Sekunden sind auch heute noch aller Ehren wert. Wirklich gut am G40 ist, das er den Nachteil des Turbolochs nicht hat. Man kann in alen Drehzahlen mit gutem Drehmoment rechnen. Daher fällt es auch leicht wirtschaftlich zu fahren. 8-9 Liter sollen im Alltagsbetrieb realistisch sein.

Optisch kommt der G40 dezent daher. Die Doppelscheinwerfer sind schon das deutlischte Zeichen von Außen des G40, wobei es auch Doppelscheinwerfer bei anderen Modell gab. Dei 20 mm Tieferlegung sieht man oder auch nicht. Wenn man einen anderen Polo danben stellt sieht man es wenn man genau hin schaut. Allgemein hat sich am Fahrwerk was getan. Es ist anders gelagert und alles etwas strammer und härter ausgelegt. Sinnvoll bei so viel Mehrleistung. Mag sein das Komfort dabei verloren geht, das war aber kein Problem für VW, da die Klientel des G40 sowieso eher eher sportlich orientiert war.

Anfangs war VW noch etwas skeptisch ob der Polo G40 am Markt ankommen würde und wagte nur eine kleine Serie von 500 Stück. Die verkaufte sich aber blendend, auch wenn 25.000 DM 1985 für einen Kleinwagen kein Pappenstiel waren. VW wurde jedenfalls mutiger und wagte jetzt eine Serie von 1500 Stück. Die verkaufte sich aber genauso gut. Das ganze spielte sich ab zwischen 1985 und 1987. 1991 ging man das ganze im Großen Stil an. Jetzt war der G40 eine fast normale Serie jetzt im Polo 2F. Die etwas bessere Aerodynamik ist sicher bei der Fahrdynamik ein angenehmer Faktor, genaue Messdaten kenne ich jedoch nicht. Sei es drum, das Facelift steht dem Polo gut. Irgendwie sieht damit der G40 auch würdiger aus. Jetzt mit Großen rechteckigen Scheinwerfern und anderen Feinheitesieht er obendrein frischer aus.

Ob der G40 ein Alltagsauto ist oder nicht kann man lag und breit Diskutieren. Vom Verbrauch her sicherlich. Und wer den G40 vorsichtig behandelt hat bis 200.000 km viel Spaß am Motor. Jedoch sind die Wartungskosten relativ hoch. Die Wartung des G40 kostet meist um die 400 Euro. Wer sich einen G40 zulegen will sollte den Wagen wirklcih mit Argusaugen betrachten. Viele haben den G40 buchtstäblich verheizt. Das Getriebe mit der Leistung des Motors voll ausgelastet will geschont werden. Wilde Schaltorgien und Vollgaspartien nagen an Getriebe und Antriebsstrang. Von verheizten Autos hört man von Achswellenbrüchen und kaputten G-Ladern. Weniger heikel scheint die Elektrik zu sein. Das Fahrwerk ist meisten in einem zustand wie Motor und Getriebe. Mußten die nicht viel mitmachen steht es auch um das Fahrwerk gut. Wenn nicht, hat es sicher Nehmerqualtitäten aber wer  einen verheizten G-Lader  antrifft muss auch das Fahrwerk überürüfen.

Ist das Auto gut in Schuss, hat man aber ein echtes Spaßauto. Eigentlich zu schade für den Weg zur Arbeit.

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maya 01/07/2008 01:26

Bei mir in der Gegend fahren noch viele solche alte Polo rum. Manche lassen sie verfallen, andere haben ihr Herzblut reinfließen lassen.
Fakt ist auf jeden Fall, dass er ewig fährt, wenn man ihn ein klein wenig sorgsam behandelt... aber das ist bei fast allen älteren Autos der Fall :)

Basti 01/07/2008 10:38

Der G40 ist eben ein Sonderfall. Getriebe und Antriebsstrang waren eben bis an die Belastungsgrenze angekommen. Jedenfalls kan man trotzdem sehr algen damit mit viel Spaß fahren wenn man vorsichtig ist.