MZ-Kult

Veröffentlicht auf von Basti

Wenn etwas in der DDR von Anfang bis zum Ende ganz gut lief, dann war es der Motorradbau von MZ. MZ, das heißt ganz einfach: Motorradwerke Zschopau.  Am bekannstesten dürfte wohl die Baureihe ETZ sein. So Nüchtern  wie der Name des Herstellers ist auch der des Motorrads: Einzylinder Teleskopgabel Zentralkastenrahmen, dafür steht ETZ. Ich sah sie öfter wenn ich nach Berlin reingefahren bin am Bahnhof. 2 Rote ETZ, einmal ETZ 250, einmal ETZ 125. Sie sahen für mich völlig gleich aus bis auf den größeren Motor. Im Fahrwerk bspw. soll es aber doch noch einige Unteschiede geben. Es gab die Modelle ETz 125, 150, 250, 251 und 301. Auffälig die 150er. Zu DDR-Zeiten war der "kleine" Motoradführerschein bis 150 cm³ gültig. Also baute man auch solche Motorräder.

Das die Modelle gut waren beweist die Tatsache das viele Exportiert wurden, bspw.  nach Groß Britannien, welche sich ja nicht mit ihren Motorädern nicht verstecken brauchen. MZ hatte aber seit jeher gute Motoren, gute Fahrwerke und galten als recht robust. Interessant wäre es zu wissen was für Preise man mit MZ-Maschinen im westlichen Ausland erzielen konnte.

Witzigerweise habe ich noch nie bewusst eine MZ ETZ in einer anderen Farbe als Rot gesehen. Die Google-Bildersuche belehrt einen eines besseren. Natürlich gab es auch andere Farben, in Blau sieht sie auch sehr schick aus.

Wenn man sich jetzt die Fahrleistugnen anschaut muss man schon Respekt zollen was man damals aus dem Hubraum rausquetschen konnte. Von 10 PS bei der 125er bis  23 PS bei der 300er  waren 1981 eine stramme Leistung. Diese Verhalf zu 100 bis 135 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das ganze Bei Verbräuchen von 2,3 - 5 Litern, ja die ETZ hat nicht zu unrecht den Ruf von guter Wirtschaftlichkeit. Die Optik war für damalige verhältnisse weder was ganz besonderes noch schlecht. Es war einfach ein Zeitgemäßes Design. Zweckmäßig obendrein. Kofferträger etc. waren auch erhältlich.

Nach der Wende wurde dann Etwas umgemodelt, es gab jetzt bspw. 500 cm³ 4-Takt Motoren. Sonst aber nur wenig verändert. Kult sind und bleiben aber die 2-Takter. Teilweise noch bis 1998 gebaut sind auch diese eine Fahrt wert.

Ob es heute noch lohnt sich eine MZ ETZ anzuschaffen muss jeder selbst Entscheiden. Wer bei eBay schaut findet Exemplare für einige Hundert Euro, die auch einen anständige Eindruck machen. Nichts desto trotz muss man sehen, daß es nunmal Hauptsächlich Vorwende Motorräder sind. Und das ist nunmal bald 18 Jahre her. Wer sich also für eine ETz entscheidet muss damit rechnen, öfter mal etwas zu reparieren. Aber hier kommt die ETZ dem Bastelfreund entgegen. Wer nicht gerade 2 Linke Hände hat, der kann das Meiste selber Reparieren. Auch sind die meisten Ersatzzteile noch Bezahlbar. Inzwischen muss man aber bei manchen Teilen suchen.

Wen das alles nicht schreckt hat ein echtes Kultmotorrad das einen nicht so schnell im Stich läßt. Die Reparaturen sind meist abzusehen und sowieso eher selten. Nur aufgrund de hohen altes kann jetzt einiges fällig sein.

Noch ein Tipp. Werksempfehlung ist ein Gemisch von 1:50 beim Benzin Gemisch. Wer jetzt denkt viel Hilft viel und lieber etwas mehr Öl an das Benzin macht Riskiert Verkokungen und andere schädliche Erscheinungen. Der Motor soll laut MZ Testläufen bis zu 1:150 mitmachen. Empfohlen werden meistens die Regionen zwischen 1:70 - 1:100, da die heutigen Öle meist besser sind als die der DDR. Zudem tankt ihr billiger und tut der Umwelt und denen die hinter Euch herfahren einen gefallen da es nicht mehr so Qualmt bei 1:100 fast gar nicht mehr.

Allen denen ich etwas Apetit bereitet habe viel Spaß mit der ETZ!

Veröffentlicht in Motorrad

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